Keine Belege für Rückgang von AfD-nahen Social Bots nach Angriffen auf Yandex
netzpolitik.org
- Es gibt keinen Nachweis für einen Rückgang von Social-Bot-Aktivitäten zugunsten der AfD infolge ukrainischer Angriffe auf russische Rechenzentren.
- Zwar verzeichnete der Yandex-Konzern (AS13238) technische Probleme, doch der russische Bot-Traffic insgesamt blieb laut Cloudflare stabil.
- Experten und Beobachter wie CeMAS widersprechen der verbreiteten Behauptung, die auf unbelegten oder möglicherweise KI-generierten Grafiken basiert.
Hintergrund zur Bot-Problematik
- Der Begriff "Bot" umfasst ein breites Spektrum, von Suchmaschinen-Crawlern und API-Zugriffen bis hin zu KI-Anwendungen und Sicherheits-Scannern.
- Mehr als die Hälfte des globalen Internetverkehrs ist nicht menschlichen Ursprungs.
- Social Bots lassen sich von herkömmlichen Monitoring-Systemen wie Cloudflare schwer erfassen, da sie darauf ausgelegt sind, menschliches Verhalten zu imitieren.
Zweifel an der Quellenlage
- Verbreitet wurde die Behauptung unter anderem durch den grünen Stadtrat Robin Schlingheider und den tschechischen EU-Abgeordneten Tomáš Zdechovský.
- Raphael Wimmer, Informatik-Professor in Regensburg, äußerte Zweifel an der Echtheit der zugrunde liegenden Grafiken.
- Josef Holnburger vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) sieht keine Anzeichen für einen Rückgang anorganischer Likes oder Retweets und weist auf wöchentliche Schwankungen hin, die nicht mit den Angriffen korrelieren.
- Daten des Entwicklers Michael Paulauski belegen zudem, dass die Interaktionen auf dem X-Account der AfD im Zeitraum der Angriffe (7. bis 11. Oktober) nicht eingebrochen sind.