Experten kritisieren Reform der deutschen Geheimdienste als verfassungswidrig
netzpolitik.org
- Experten üben scharfe Kritik an den geplanten Gesetzentwürfen zur Umgestaltung des BND und BfV.
- Kritisiert werden die Aufweichung der Trennung zwischen Nachrichtendiensten und Polizei sowie mangelnde Kontrollmechanismen.
- Der Einsatz Künstlicher Intelligenz zur automatisierten Datenanalyse gilt als hochgradig risikobehaftet.
Aufweichung des Trennungsgebots
- Die Reform sieht vor, dass Nachrichtendienste bei Cyberangriffen aktiv eingreifen und IT-Systeme hacken dürfen.
- Rechtswissenschaftler wie Matthias Bäcker warnen, dass dies polizeiliche Aufgaben in den Geheimdienstbereich verlagert und rechtsstaatliche Prinzipien verletzt.
- Franziska Görlitz von der GFF warnt, dass die "Verpolizeilichung" die grundrechtsschonende Struktur der Sicherheitsbehörden gefährdet.
Kritik an der Aufsicht und Kontrolle
- Die G10-Kommission soll wegfallen und die Aufsicht des Bundesdatenschutzbeauftragten gestrichen werden.
- Der Unabhängige Kontrollrat (UKRat) soll zwar gestärkt werden, Experten bemängeln jedoch seine fehlende Expertise in IT und KI.
- Es fehlt an einer verpflichtenden Vorabkontrolle für eingriffsintensive Maßnahmen wie den Einsatz von Staatstrojanern.
Risiken durch Künstliche Intelligenz
- Die automatisierte Datenauswertung durch KI bewegt sich laut Experten auf einem bisher nicht dagewesenen Niveau.
- Der Gesetzentwurf enthält keine Vorgaben zur Vermeidung diskriminierender Verzerrungen durch Algorithmen.
- Es existieren keine Verfahrensregeln für den Umgang mit fehlerhaften KI-Ausgaben oder "Halluzinationen".
Mangelnde Transparenz für Betroffene
- Betroffene Personen sollen im Regelfall nicht über operative Maßnahmen informiert werden.
- Experten fordern ein effektives Beschwerdemanagement und verpflichtende Informationen an Überwachte, sobald der Geheimhaltungszweck entfällt.