AfD-dominanz auf TikTok vor Landtagswahlen
netzpolitik.org
- Die AfD erzielt vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt eine enorme digitale Sichtbarkeit, angeführt vom Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund.
- Eine Untersuchung der Universität Potsdam zeigt, dass Siegmunds Account im Beobachtungszeitraum mit 28 Millionen Aufrufen alle anderen politischen Accounts, einschließlich nationaler Fraktionen, übertraf.
- Die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien korreliert nicht zwingend mit Umfragewerten oder politischer Zustimmung, da Aufrufe lediglich Reichweite messen.
Konzentration und Strategie
- In Sachsen-Anhalt entfallen 64,5 Prozent aller Aufrufe politischer Accounts auf Siegmund, während die Aufmerksamkeit in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin deutlich breiter gestreut ist.
- Quantität garantiert keine Reichweite: Der CDU-Kandidat Sven Schulze veröffentlicht zwar die meisten Beiträge, erreicht jedoch pro Post einen Bruchteil der Zuschauerzahlen von Siegmund.
- Experten führen den Erfolg der AfD auf eine langjährige, konsequente Bespielung digitaler Plattformen zurück, während andere Parteien erst spät mit der professionellen digitalen Kommunikation begannen.
Plattformmechanismen
- Studien des Potsdam Social Media Monitors deuten darauf hin, dass Plattformalgorithmen extremere Inhalte möglicherweise schneller verbreiten, da diese reaktionsstark sind und Nutzer länger binden.
- Die zunehmende Vereinfachung und Verschärfung politischer Inhalte in Kurzvideos spiegelt den Druck wider, sich in einem auf virale Trends optimierten Umfeld zu behaupten.