Neuer Datenschutzbeauftragter Moritz Hennemann: Balance zwischen Innovation und Schutz
netzpolitik.org
- Der Jurist Moritz Hennemann ist seit Ende September neuer Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI).
- Hennemann positioniert sich für eine ausgewogene Aufsicht, die Datennutzung ermöglicht und gleichzeitig Grundrechte schützt.
- Der neue Beauftragte sieht dringenden Handlungsbedarf bei datenschutzwidrigen Datenabflüssen und dem Geschäftsmodell von Datenhändlern (Databrokern).
Prioritäten und Reformen
- Digitale Strategie: Zentrale Ziele sind die Stärkung der digitalen Souveränität, die staatliche Modernisierung und eine vorausschauende Begleitung von technologischen Sprüngen.
- DSGVO-Anpassung: Hennemann unterstützt eine Reform der DSGVO, um diese verständlicher und praktikabler zu gestalten, insbesondere um Rechtsklarheit bei KI-Trainingsdaten zu schaffen.
- Zentralisierung der Aufsicht: Er befürwortet die Zusammenlegung der Aufsicht über die Wirtschaft unter dem BfDI, betont jedoch die Notwendigkeit zusätzlicher Ressourcen für seine Behörde.
Kritische Positionen
- Geheimdienstrecht: Hennemann hält an den verfassungsrechtlichen Bedenken seiner Vorgängerin Louisa Specht-Riemenschneider fest, insbesondere bezüglich der drohenden Beschneidung von Aufsichtskompetenzen des BfDI durch die geplante Geheimdienstreform.
- Informationsfreiheit: Er lehnt Teile der geplanten Reform des Informationsfreiheitsgesetzes ab, da diese das Recht auf Transparenz aushöhlen könnten. Stattdessen fordert er den Ausbau von Open Data und ein Transparenzgesetz.