Europäische Kommission plant umfassendes System zur digitalen Identitätsprüfung
netzpolitik.org
- Die EU-Kommission hat den Entwurf für den sogenannten "Kids Act" vorgelegt, der Alterskontrollen für weite Teile des Internets vorsieht.
- Das Vorhaben geht über ein reines Verbot sozialer Medien für Minderjährige hinaus und betrifft potenziell Apps, Spiele, Videoplattformen und Chatbots.
- Kritiker warnen vor der Schaffung einer flächendeckenden Infrastruktur für Ausweispflicht und Identitätsnachweis im Netz.
Die geplante Kontroll-Infrastruktur
- Der Entwurf sieht eine spezielle App vor, mit der Nutzer ihr Alter verifizieren sollen.
- Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre bestehen, da technische Versprechen zu Anonymität als lückenhaft oder unklar kritisiert werden.
- Es besteht das Risiko, dass eine einmal implementierte Identitätsprüfungsinfrastruktur künftig zur verbindlichen Verknüpfung von Klarnamen mit Online-Aktivitäten ausgeweitet werden könnte.
Nachweis von Sorgerecht
- Eltern sollen bei der Einrichtung überwachter Konten für ihre Kinder künftig nicht nur Alter, sondern zusätzlich ihre Sorgeberechtigung digital nachweisen müssen.
- Dies erfordert den Aufbau staatlicher Datenbanken oder Prozesse, die den Nachweis von Eltern-Kind-Beziehungen digital verifizierbar machen.
Implikationen
- Das Vorhaben bedroht Grundrechte wie Informationsfreiheit und Teilhabe, da der Zugang zum Internet zunehmend an die Preisgabe persönlicher Daten geknüpft wird.
- Experten befürchten, dass ein solch weitreichendes Kontrollsystem autoritären Strukturen Vorschub leisten könnte.