EU-Kommission plant weitreichende Alterskontrollen im Internet
netzpolitik.org
- Die EU-Kommission plant mit dem 'EU Kids Act' umfassende Alterskontrollen für soziale Medien, Videoplattformen, Online-Spiele, Chatbots und Software-Marktplätze.
- Das Gesetz verpflichtet Anbieter zur Identitätsprüfung der Nutzer, was das Ende der anonymen Internetnutzung für Erwachsene und Minderjährige bedeuten könnte.
- Eltern müssen künftig ihre eigene Identität sowie das Sorgeverhältnis nachweisen, um Konten für Kinder unter 15 Jahren zu verwalten.
Regulierungsumfang
- Soziale Medien: Voller Funktionsumfang erst ab 18 Jahren; 15- bis 17-Jährige erhalten eine eingeschränkte Version.
- Online-Dienste: Plattformen wie Steam, Roblox, der Apple App Store oder ChatGPT müssen den Zugang über 'Age Assurance'-Methoden wie biometrische Scans oder Ausweisdaten absichern.
- Eltern-Accounts: Erziehungsberechtigte sollen Kontakte freigeben und die Nutzungsdauer auf maximal eine Stunde pro Tag begrenzen müssen.
Kritik und Folgen
- Grundrechte: Fachleute warnen vor massiven Eingriffen in die Privatsphäre und das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe.
- Technische Mängel: Der Entwurf zeigt Defizite bei der Definition technischer Begriffe, etwa bei der missverständlichen Verwendung des Konzepts 'Zero Knowledge Proof'.
- Soziale Risiken: Kritiker betonen, dass Online-Räume für viele Jugendliche Schutzräume bieten; staatlich verordnete elterliche Überwachung könne diese Unterstützungsinfrastrukturen zerstören.
- Diskriminierung: Es besteht die Sorge, dass Menschen ohne digitalen Identitätsnachweis oder mit eingeschränkten digitalen Kenntnissen vom Netz ausgeschlossen werden.