Berliner Sondierungspapier: Digitale Agenda und polizeiliche Kontrolle
netzpolitik.org
- Linke, Grüne und SPD legen Sondierungspapier für Berlin vor.
- Schwerpunkte: Polizeipraxis, Verwaltungsdigitalisierung und IT-Sicherheit.
- Kritische Themen wie Informationsfreiheit bleiben weitgehend ungeklärt.
Polizei und Sicherheit
- Fokus auf bürgernahe Polizeiarbeit und verstärkte Personalpräsenz.
- KI-gestützte Videoüberwachung wird beibehalten, mit Evaluation für 2028 geplant.
- Status quo des Verfassungsschutzes bleibt erhalten, soll aber transparenter werden.
- Unklarheit über Reformbedarf beim verschärften Berliner Polizeigesetz (u.a. automatisierte Datenanalyse).
Digitalisierung der Verwaltung
- Ziel: Schnellere Verwaltungsleistungen durch One-Only-Prinzip und digitale Zugänge.
- "KI-Offensive" soll Bürokratie abbauen; "Bürokratie-TÜV" soll Dokumentationspflichten reduzieren.
- Priorisierung der IT-Sicherheit unter zentraler Steuerung des Chief Information Security Officers.
IT-Infrastruktur und Dienstleister
- Skepsis gegenüber dem landeseigenen IT-Dienstleister (ITDZ) aufgrund finanzieller Probleme und Vergabekritik.
- Prüfung, ob externe Anbieter für Verwaltungscloud-Leistungen wirtschaftlicher und sicherer sind.
- Mögliche Ausrufung einer "Notlage für IT-Infrastruktur" zur Finanzierung notwendiger Sanierungen durch neue Schulden.
Bildung und Zivilgesellschaft
- Grundsätzliches Handyverbot an Grundschulen bei gleichzeitigem Einsatz digitaler Lernmedien.
- Förderung der Kreativ- und Digitalwirtschaft durch Ausbau bestehender Strukturen.
- Geplante Einführung eines Landesdemokratiefördergesetzes zur Unterstützung zivilgesellschaftlicher Arbeit.
Offene Fragen
- Keine explizite Positionierung zur Stärkung des eingeschränkten Informationsfreiheitsgesetzes.
- Entscheidung über Koalitionsverhandlungen steht für SPD/Grüne unmittelbar bevor, Linke entscheiden am 31. Oktober.