KI-gestützte Überwachung für Berliner Regierungsgebäude geplant
netzpolitik.org
- Die Berliner Polizei plant den Einsatz KI-gestützter Videotechnik zur Sicherung des Roten Rathauses, des Abgeordnetenhauses sowie der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.
- Das System soll auffällige Objekte und Bewegungsmuster, wie zurückgelassene Gegenstände oder das Übersteigen von Mauern, automatisch erkennen und per Alarm an Polizeikräfte weiterleiten.
- Es wird auf ein "Human-in-the-Loop-Prinzip" gesetzt, bei dem Polizeibeamte nach jeder Auslösung über weitere Maßnahmen entscheiden.
Technische Anforderungen und Projektumfang
- Das System integriert stationäre Kameras, mobile Einheiten und optional Drohnen in ein einheitliches Alarmnetzwerk.
- Der Start des Pilotbetriebs ist für Ende 2026 in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut vorgesehen.
- Die Leistungsbeschreibung gibt eine Mindesterkennungsgenauigkeit von 95 % vor, wobei eine durchschnittliche Fehlalarmquote von bis zu 25 % toleriert wird.
- Biometrische Gesichtserkennung ist aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken nicht vorgesehen.
Kritik und politische Einordnung
- Kritiker wie die Linksfraktion betrachten die Überwachung des Abgeordnetenhauses als problematisch und lehnen eine Instrumentalisierung des Parlaments ab.
- Die Polizei steht vor der Herausforderung, diskriminierungsfreie Algorithmen zu entwickeln, die beispielsweise Menschen mit körperlichen Einschränkungen nicht fälschlicherweise als "auffällig" markieren.
- Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe deutete bereits an, das System bei Erfolg auf weitere gefährdete Orte wie Botschaften ausweiten zu wollen.