KI-Chatbots geben vertrauliche Nutzerdaten an Werbenetzwerke weiter
netzpolitik.org
- Chatbots leiten sensible Gesprächsinhalte wie Chat-Titel, Prompts und Links an Werbe- und Tracking-Dienste weiter.
- Eine IMDEA-Networks-Studie untersuchte neun KI-Dienste; sechs Webversionen übermittelten Nutzerdaten an Drittanbieter wie Google, Meta und TikTok.
- Datenschutzmaßnahmen wie das Ablehnen von Cookies verhindern die Nachverfolgung in über 80 Prozent der Fälle nicht.
Untersuchte Dienste und Datenrisiken
- Das Forschungsteam analysierte ChatGPT, Claude, Perplexity, Grok, Gemini, Mistral AI, Meta AI, DeepSeek und Microsoft Copilot.
- Betroffene Daten umfassen:
- Automatisch generierte Chat-Titel: Diese spiegeln oft persönliche Sorgen oder private Lebensumstände wider.
- Chat-Links: Ermöglichen den Zugriff auf vollständige Unterhaltungen.
- Nutzer-IDs und E-Mail-Adressen: Ermöglichen die Verknüpfung von Chat-Inhalten mit bestehenden Werbeprofilen.
Besonderer Fall Grok
- Der Dienst von xAI überträgt Titel und Links standardmäßig an Drittanbieter.
- In geteilten Chats wurden sogar Screenshots der Unterhaltung an TikTok übermittelt.
- Köder-Links in öffentlichen Grok-Chats wurden von 70 verschiedenen IP-Adressen aus 14 Ländern abgerufen.
Reaktionen und politische Folgen
- OpenAI plant, ChatGPT in Europa für personalisierte Werbung zu nutzen, was Experten als Risiko für den Schutz sensibler Daten werten.
- Die spanische Datenschutzbehörde AEPD hat das Thema an den Europäischen Datenschutzausschuss verwiesen.
- Google erklärte, Tracking-Tools dienten ausschließlich der Leistungsüberwachung, nicht jedoch der inhaltlichen Auswertung für Werbung.