Ehemalige Meta-Direktorin rechnet in neuem Buch mit Facebook ab
netzpolitik.org
- In ihrem Buch „Careless People“ enthüllt die ehemalige Public-Policy-Direktorin Sarah Wynn-Williams interne Strategien bei Meta, die auf Profitmaximierung und Machtausbau ausgerichtet seien.
- Meta weist die Vorwürfe als veraltet oder falsch zurück und behauptet, die Autorin sei wegen schlechter Leistung entlassen worden.
- Zu den zentralen Vorwürfen gehören gezielte politische Beeinflussung, das bewusste Inkaufnehmen gesellschaftlicher Risiken und eine toxische Arbeitskultur.
Politische Strategien und Machtanspruch
- Facebook habe Politiker:innen gezielt durch hohe Werbeausgaben an die Plattform gebunden, um regulatorische Eingriffe zu verhindern.
- Mark Zuckerberg wird als extrem wettbewerbsorientiert beschrieben, der persönliche Kränkungen – etwa durch Kritik von Barack Obama – in politischen Ehrgeiz ummünzte.
- Der Konzern soll versucht haben, durch dubiose Deals mit der irischen Regierung die Zuständigkeit der europäischen Datenschutzbehörden zu beeinflussen.
Wachstum und ethische Grenzüberschreitungen
- Um den chinesischen Markt zu erschließen, habe Facebook weitgehende Zugeständnisse an die chinesische Regierung zur Zensur und Datenherausgabe in Erwägung gezogen.
- Das Unternehmen soll Werbetreibenden Werkzeuge zur psychologischen Ausnutzung vulnerabler Teenager zur Verfügung gestellt haben.
- Facebook habe die Plattform aktiv genutzt, um Kritiker der „internet.org“-Initiative gezielt unter Druck zu setzen, nach dem Vorbild aggressiver Guerilla-Taktiken.
Unternehmenskultur und globale Verantwortung
- Die Arbeitsatmosphäre bei Facebook wird als misogyn und leistungsorientiert beschrieben, wobei Sheryl Sandberg eine Kultur der totalen Selbstaufopferung für den Job propagiert habe.
- Im Fall des Genozids an den Rohingya in Myanmar habe die Führungsebene trotz der bekannten Risiken kein ausreichendes Interesse an wirksamen Sicherheitsmechanismen gezeigt.