Irland verhängt 403-Millionen-Euro-Strafe gegen Google wegen illegaler Standortdaten-Erfassung
netzpolitik.org
- Die irische Datenschutzbehörde (DPC) hat Google zu einer Geldstrafe von 403 Millionen Euro verurteilt.
- Google hat zwischen 2018 und 2020 Standortdaten von Nutzer:innen unrechtmäßig erhoben und verarbeitet.
- Dem Konzern wird ein Mangel an Transparenz sowie der unbefugte Zugriff auf sensible persönliche Daten vorgeworfen.
- Google hat sechs Monate Zeit, um die Datenverarbeitung gesetzeskonform anzupassen.
Hintergrund und Kritik
- Die Strafe basiert auf Beschwerden von Verbraucherschutzorganisationen aus dem Jahr 2018.
- Der europäische Verbraucherverband (BEUC) kritisiert die langjährige Verfahrensdauer als ineffektiv und schädlich für den Verbraucherschutz.
- Standortdaten gelten als hochsensibel, da sie tiefe Einblicke in das Privatleben ermöglichen.
Problematik mit Irland als Regulierungsbehörde
- Da Google seinen EU-Hauptsitz in Irland hat, ist dort die DPC für die Durchsetzung der DSGVO zuständig.
- Kritiker, darunter die Organisation noyb, werfen irischen Behörden seit Jahren vor, Verfahren zu verschleppen und Big-Tech-Konzerne zu schonen.
- Irland steht aktuell wegen Vorschlägen zum „Digitalen Omnibus“ in der Kritik, die eine weitgehende Nutzung personenbezogener Daten für das KI-Training ermöglichen könnten; Kritiker warnen vor einer „digitalen Enteignung“.