Migrantischer Frieden: Eine neue Perspektive auf menschliche Mobilität
El Salto
- Ein „migrantischer Frieden“ zielt darauf ab, Sicherheitskonzepte von der reinen staatlichen Grenzkontrolle hin zu den Bedürfnissen und Rechten mobiler Menschen zu verschieben.
- Das Konzept erfordert einen systemischen Wandel, der koloniale Strukturen, strukturellen Rassismus und wirtschaftliche Ungleichheiten angeht.
- Menschen auf der Flucht sollen als handelnde Akteure anerkannt werden, statt sie nur als Objekte staatlicher Sicherheitspolitik zu betrachten.
Neudefinition von Frieden und Sicherheit
- Frieden sollte nicht nur die Abwesenheit von bewaffneten Konflikten bedeuten, sondern auch die Beseitigung struktureller Gewalt, die Menschen zur Flucht zwingt oder in prekärer Unbeweglichkeit gefangen hält.
- Grenzkontrollen, einschließlich digitaler und algorithmischer Überwachung, produzieren systematisch Vulnerabilität und behandeln bestimmte Personengruppen als Bedrohung.
Risikomanagement und geopolitische Instrumentalisierung
- Die derzeitige Praxis verlagert Risiken auf die Migrierenden, indem legale Wege eingeschränkt werden und die Flucht gefährlicher wird.
- Menschen werden in geopolitischen Machtspielen oft als Druckmittel instrumentalisiert, was der Idee eines friedlichen Zusammenlebens entgegensteht.
Klimawandel und strukturelle Ungleichheit
- Die Debatte über Klimamobilität darf nicht vereinfacht werden; sie ist eng mit extraktiven Wirtschaftsmodellen und ungleichen Machtverhältnissen verknüpft.
- Ein migrantischer Frieden fordert eine gerechte Verteilung von Ressourcen und eine Stärkung der Fähigkeit von Gemeinschaften, frei über Bleiben oder Gehen zu entscheiden.
Feministische Perspektive und Akteurschaft
- Ein feministischer Ansatz erkennt die differenzierten Auswirkungen von Migration auf Geschlechter an und fordert die Einbeziehung der Erfahrungen von Frauen.
- Die Unterstützung lokaler Solidaritätsnetzwerke und die Anerkennung der Wissensproduktion durch Migrierende selbst sind essenziell, um echte Friedensprozesse zu gestalten, die über institutionelle Maßnahmen hinausgehen.